Inke Karstens

Inke Karstens

Über die Freude am Tun zu sich selbst finden

Inke Karstens gehört von Beginn an mit dem Gründer Jochen Timmermann am längsten zum Gesellschafter-Team des MVZ und baute es ab 2001 mit auf. Sie leitet ein Team von aktuell drei Ergotherapeutinnen und -therapeuten am Standort Cuxhaven.

„Der erste Kontakt kam im Jahr 2000 zustande“, erinnert sich Karstens. Gemeinsam mit Gründer und Geschäftsführer Jochen Timmermann startete sie zunächst in einer winzigen, zur Praxis umfunktionierten Ferienwohnung. Das ganzheitliche, biopsychosoziale Therapiekonzept ging auf und erlaubte bereits ein knappes Jahr später mit einem Team aus rund zwölf weiteren Medizinern und Therapeuten den Umzug in größere Räumlichkeiten in der ehemaligen Grimmershörn-Kaserne, wo sich das MVZ Cuxhaven heute befindet.

Gebürtig aus Schleswig-Holstein absolvierte Karstens ihre Ergotherapieausbildung in Lübeck und zog dann der Liebe wegen in den späten 90er Jahren nach Cuxhaven um. Früh stand für sie fest, dass sie einen vielseitigen, sozial ausgerichteten Beruf ausüben wollte. „Ergotherapie war da ideal, denn das umfasst besonders viele Lebens- und Beschäftigungsbereiche“, erklärt sie.

Definition Ergotherapie

„Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkungen bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.“ (Quelle: Deutscher Verband der Ergotherapeuten, DVE)

Viele Patienten, die Ergotherapie verschrieben bekommen, wissen zunächst wenig damit anzufangen. Und für viele kann es anfangs schon schwierig sein, überhaupt regelmäßig einmal die Woche zum Termin zu kommen. „Doch regelmäßige Termine geben wieder Struktur, das ist bereits ein sehr wichtiger therapeutischer Bestandteil“, erklärt Karstens.

Über anerkannte Testverfahren wird zunächst der Therapiebedarf und das anzuwendende Therapieverfahren ermittelt. Dabei lassen wir uns von den Leitsätzen der Sensorischen Integration nach Jean Ayres leiten.

Beschäftigung als Strategie

Ziel ist, Selbst-Bestätigung insbesondere über kreative Betätigung als therapeutisches Medium zu erreichen. Über das Tun, die Beschäftigung, gewinnt der Patient wieder Zugang zu sich selbst, lernt wieder, sich auf etwas zu konzentrieren. Dabei kann es sich um Tätigkeiten handeln, die wie ein Hobby wirken. „Doch es geht um weit mehr. Wer ein Mandala ausmalt, mit Holz oder Speckstein arbeitet, drückt sich damit auch ohne Worte aus, sieht sich selbst zu und gewinnt so wieder Kontakt zu sich selbst2, erklärt Karstens.

Die jeweilige psychische Problematik kann so zumindest kurz in den Hintergrund treten und der Patient kann wieder ein Gefühl dafür entwickelt, dass es ein Leben außerhalb des Leidens- und Gedankenkarussels gibt. „Ergotherapie ist eine Art seelische Atempause“, ermutigt Kartens.

Arbeitsschwerpunkte in der Ergotherapie:
  • Pädiatrie: Therapie für Kinder und Jugendlichen, die in ihrer Entwicklung eingeschränkt sind.
  • Geriatrie: Therapie für Ältere, die altersbedingte körperliche und geistige Einschränkungen aufweisen
  • Psychiatrie: Therapie für Patienten aller Altersstufen mit psychotischen, neurotischen und psychosomatischen Störungen und Suchterkrankungen.
  • Arbeitstherapie: Die Arbeit wird unter wirklichkeitsnahen Bedingungen als Mittel der Therapie eingesetzt. Dies geschieht gerne auch direkt an der Arbeitsstätte.
  • Arbeit mit Menschen mit geistigen Behinderungen umfasst die Akzeptanz der individuellen Persönlichkeit und fördert die Entwicklung des Patienten hin zur Eigenverantwortlichkeit. Diese Therapie bieten wir auch direkt in Einrichtungen der Behindertenhilfe an.
  • Neurologie: Hilfe beim Wiedererlangen und beim Erhalt der Handlungsfähigkeit des Patienten.