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Das Sprichtwort „sich etwas durch den Kopf gehen lassen“ bedeutet eigentlich: Nachdenken, überlegen, Bei Ess-Brech-Sucht (Bulimie, auch engl. „Binge Eating“ oder kurz „Binging“) ist das oft nicht mehr möglich. 

Mit einem Gefühl von Kontrollverlust schlingen Betroffene in kurzer Zeit riesige Mengen hochkalorischer Nahrung in sich hinein. Und versuchen dann, sie gleich darauf wieder loszuwerden, in dem sie sich den Finger oder ähnliche Hilfsmittel in den Rachen stecken und den Mageninhalt wieder erbrechen. Das soeben Gegessene geht einem buchstäblich zweimal durch den Kopf.

Zum Kotzen

Bulimie wird oft verheimlicht, denn sie ist mit Ekel und Scham behaftet: Der Kontrollverlust, die Nahrungs- und Geldverschwendung, sich gewollt übergeben oder durch Missbrauch von Abführmitteln Durchfall erzeugen, all das macht es Betroffenen schwer, darüber zu sprechen und Hilfe zu suchen.

Auch Lady Diana, ehemalige Kronprinzessin von Wales, litt unter Bulimie. Wie Diana sehen Betroffene sehr oft „völlig normal“ aus, sehr gepflegt, normalgewichtig oder schlank. Sie achten auf ihr Erscheinungsbild, ihre Ernährung, treiben Sport – und fühlen sich heimlich als Gefangene ihrer schwer kontrollierbaren Sucht nach kurzzeitiger Entlastung durch „Verbotenes“ wie Fastfood und Süßes.

Und wie bei Diana kann der Zwang, in einer Leistungs- und Überflussgesellschaft immer perfekt und schlank bleiben zu müssen, den Wunsch einer wenigstens kurzzeitigen Belohnung, Genusserfahrung oder Trost auslösen: Pudding, Schokolade oder Fastfood – alles, was beim Verlassen des Körpers möglichst wenig wehtut.

Lebensqualität und Langzeitschäden

Häufiges Erbrechen schädigt durch die ätzend wirkende Magensäure den Zahnschmelz der Zähne und die Speiseröhre. Es entzieht, ebenso wie Abführmittel (Laxantien), dem Körper Mineralstoffe, Vitamine und Elektrolyte. Die Mundspeicheldrüsen können zu „Hamsterbacken“ anschwellen.

Mögliche Anzeichen für eine Essstörung

  • Essen in der Öffentlichkeit wird vermieden, oft gibt es keine geregelten Mahlzeiten, gegessen wird lieber heimlich, oder im Beisein anderer nur sehr gesunde Dinge
  • Betroffene wissen oft ungewöhnlich gut über Kalorien, Fette, Kohlehydrate Bescheid und sorgen sich ständig um Kalorien und das eigene (als zu hoch empfundene) Gewicht
  • Es werden große Mengen billiger, ungesunder und kalorienhaltiger Nahrungsmittel gekauft, manchmal sogar „auf Pump“, oder versteckt gehortet. Auch größere Mengen von Abführ- und Entwässerungsmitteln können ein Hinweis sein.

Die Autorin:

Anna Unfried ist Diplom-Ökotrophologin und seit 2016 im MVZ zuständig für Ernährungsbehandlung und Ernährungsstatus.

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