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Hänseln, Ärgern, Piesacken … eine allgemein anerkannte Definition von Mobbing steht bislang aus. Fest steht jedoch: Mobbing kann krank machen. Und es ist nach Paragraph 223 des Strafgesetzbuchs (StGB) als Körperverletzung strafbar, wenn ein Arzt Mobbing als Krankheitsursache attestiert. Psychosomatische Medizin kann gegen Psychoterror helfen. 

Mobbing passiert überall: in der Schule ebenso wie am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altersheim, im Gefängnis – und im Internet (Cybermobbing).

Typische Mobbing-Handlungen:

Verbal: Beleidigungen, Demütigung, Bedrohung, Erpressung, üble Nachrede, Verbreitung von Gerüchten und falschen Tatsachenbehauptungen, abwertende Kommentare, Bewertungen und Gemeinheiten, Beschimpfungen, Lächerlich machen, Ärgern, bloß stellen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Androhung von Gewalt, soziale Isolation,ständige Kritik an der Arbeit, Schikanen

Nonverbal: Mimik wie beispielsweise Grimassen ziehen, Gestik, wie das Andeuten von Schlägen, sich demonstrativ abwenden, sexuelle Gesten

Physisch: Schubsen, treten, beißen, spucken, kratzen, verprügeln

Typische Mobbing-Merkmale:

  • Kräfte-Ungleichgewicht: Mehrere Täter drangsalieren ein Opfer, das die Situation allein und ohne fremde Hilfe meist nicht beenden kann
  • Dauer und Häufigkeit regelmäßig über mehrere Wochen oder Monate

Wann wird es ernst?

Liebevolle Neckerei oder ein Aprilscherz, bei dem alle miteinander lachen und es keine ausgegrenzten Opfer gibt, auf deren Kosten sich die Täter und Mitläufer amüsieren – all das fällt noch nicht unter Mobbing. Doch wo ein oder mehrere Menschen andere in bösartiger Weise wiederholt, regelmäßig und systematisch attackieren, ausgrenzen oder bedrohen, hört der „Spaß“ definitiv auf.

Grundformen von Mobbing treten bereits im Kindesalter auf. Doch wann ist es sozialer Konflikt und damit Teil der Entwicklung eines Kindes, wann ist es Mobbing? Mit der Drohung „Dann bin ich nicht mehr Dein Freund/Freudin“ (soziale Erpressung) versuchen Kinder manchmal ihre Wünsche durchzusetzen. Klappt das, lernen sie, dass sie durch Drohungen Macht über anderen haben und dafür vielleicht noch bewundert werden – wenn niemand eingreift bleibt es bei diesem erlernten Verhalten, denn Mobbing lohnt sich ja offenbar! Für Kinder ist es darum wichtig, auf die Hilfe der Erzieher und Erzieherinnen vertrauen zu können, denn die Opfer von Mobbing müssen ebenso wie die Täter lernen, dass Mobbing schlechtes Verhalten ist und Konsequenzen hat.

Innenansichten von Opfern und Tätern

Psychoterror kann bei Mobbingopfern ein Mobbingsyndrom mit vielen Symptomen erzeugen, darunter Trauer, Angst, Wut, Aggression und schließlich psychosomatische Störungen, Depressionen und Selbstmord- oder Mordgedanken.

Mögliche Symptome:

  • Konzentrationsschwäche
  • Angstzustände
  • Nervosität
  • Ohnmachtsgefühle
  • Starkes Misstrauen
  • Sozialer Rückzug
  • Stimmungsschwankungen
  • Schulverweigerung
  • Schulleistungsabfall
  • Denkblockaden
  • Selbstzweifel

Die Täter machen sich oft gar nicht klar, dass ein Mobbing-Opfer auch mit extremer Aggression reagieren könnte, die sich nach außen richtet. Fälle von Amokläufen an Schulen wurden in der Vergangenheit immer auch vor dem Hintergrund von vorausgegangenem Mobbing untersucht.

Es geht besser, wenn es allen besser geht

Das MVZ bietet nicht nur den Opfern, auch den Tätern Hilfe und Aufklärung: Denn Mobbing ist ein zutiefst feindseeliges, destruktives, aggressives, bösartiges Verhalten. Druck, Frustration, Langeweile, eigene Unsicherheiten und Ängste können Auslöser dafür sein, andere, schwächere Opfer als Ventil und Sündenbock missbrauchen zu wollen.

Autorin:

Anna Bosse-Dieciolowska

 

Anna Bosse-Dzieciolowska ist am MVZ Ärztin in der Weiterbildung zur Kinder- und Jugendpsychiatrie mit den Zusatzbezeichnungen tiefenpsychologische/psychoanalytische Psychotherapie Älterer und Altentherapie.

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